AUMA lobt Aufnahme wichtiger Messe-Themen im Koalitionsvertrag

von Andreas Bergmeier - 2025-04-28
AUMA lobt Aufnahme wichtiger Messe Themen im Koalitionsvertrag
Bild: Reger Messebetrieb auf einer Messeveranstaltung © Deutsche Messefilm & Medien GmbH

Der AUMA hat den Koalitionsvertrag von Union und SPD intensiv geprüft und kommt zu einem differenzierten, insgesamt positiven Fazit. Aus Sicht des Verbands sind zahlreiche wichtige Punkte berücksichtigt worden, die für die Messewirtschaft von zentraler Bedeutung sind. Viele Messe-Themen, die in den vergangenen Jahren immer wieder eingefordert wurden, sind im Koalitionsvertrag nun klar verankert. Für den AUMA ist das ein wichtiges Signal an die Branche, auch wenn entscheidend bleibt, wie konsequent die angekündigten Maßnahmen umgesetzt werden. Der Verband sieht in der Aufnahme dieser Inhalte eine Anerkennung der wirtschaftlichen Bedeutung von Messen für Deutschland als Export- und Innovationsstandort. Zugleich betont der AUMA, dass politische Vereinbarungen allein nicht ausreichen. Erst konkrete gesetzliche und finanzielle Schritte werden zeigen, ob die angekündigten Vorhaben tatsächlich Wirkung entfalten.

Messeförderung stärken, Erreichbarkeit verbessern

Ein zentrales Anliegen der Messewirtschaft ist seit Jahren die Stärkung der Außenwirtschaftsförderung. Der Koalitionsvertrag sieht vor, hierfür zusätzliche Mittel bereitzustellen, um Unternehmen bei der internationalen Markterschließung gezielter zu unterstützen. Für viele Aussteller sind Messen im Ausland ein entscheidender Faktor, um neue Geschäftskontakte zu knüpfen und bestehende Märkte zu sichern. Der AUMA wertet diese Zusage daher als wichtigen Schritt. Darüber hinaus greift der Koalitionsvertrag das Thema Erreichbarkeit auf. Der geplante Ausbau von Bahn- und Flugverbindungen soll deutsche Messestandorte besser an das internationale Verkehrsnetz anbinden. Gerade für internationale Besucher und Aussteller ist eine gute Erreichbarkeit ein entscheidendes Kriterium bei der Wahl des Messestandorts. Auch Entlastungen bei Steuern und Energiepreisen werden im Verband positiv bewertet, da sie die Kostenstruktur von Unternehmen und Veranstaltern spürbar beeinflussen können.

Bürokratie abbauen, Berichtspflichten vereinfachen

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Abbau bürokratischer Hürden. Der Koalitionsvertrag sieht vor, Unternehmen von umfangreichen Berichtspflichten zu entlasten. Besonders relevant ist dabei die angekündigte Abschaffung des nationalen Lieferkettengesetzes sowie die grundlegende Überarbeitung der europäischen Regelung. Aus Sicht des AUMA könnten hiervon insbesondere kleine und mittlere Betriebe profitieren, die bisher einen hohen administrativen Aufwand leisten müssen. Ein Punkt, den der Verband ausdrücklich begrüßt, ist die geplante Einordnung kommunaler Unternehmen unter die KMU-Definition. Diese Forderung hatte der AUMA bereits mehrfach erhoben, da viele Messegesellschaften in kommunaler Trägerschaft bisher von Entlastungen ausgeschlossen waren. Die Aufnahme dieses Aspekts in den Koalitionsvertrag wird als Zeichen gewertet, dass die spezifischen Strukturen der Messewirtschaft stärker berücksichtigt werden.

Außenhandel stärken und Planungssicherheit schaffen

Neben der Messeförderung und dem Bürokratieabbau misst der AUMA auch den außenhandelspolitischen Aussagen im Koalitionsvertrag große Bedeutung bei. Die neue Bundesregierung hat angekündigt, Freihandelsabkommen schneller voranzutreiben und bestehende Handelsbeziehungen zu stabilisieren. Für exportorientierte Aussteller sind verlässliche internationale Rahmenbedingungen ein entscheidender Faktor. Messen fungieren dabei als Schnittstelle zwischen Politik, Wirtschaft und internationalen Märkten. Je klarer die handelspolitischen Perspektiven, desto besser können Unternehmen ihre Messebeteiligungen planen. Der AUMA sieht hierin eine wichtige Grundlage, um die internationale Wettbewerbsfähigkeit deutscher Messestandorte langfristig zu sichern.

Arbeitszeiten flexibler gestalten – Relevanz für den Messebetrieb

Auch die geplante Flexibilisierung der Arbeitszeiten bewertet der Verband als praxisnah. Die Einführung einer Wochenarbeitszeit anstelle täglicher Höchstgrenzen könnte den besonderen Anforderungen von Messeauf- und -abbau besser gerecht werden. Gerade während intensiver Veranstaltungsphasen sind starre Regelungen oft schwer umzusetzen. Der AUMA sieht hierin einen wichtigen Schritt, um den realen Arbeitsbedingungen im Messeumfeld Rechnung zu tragen. Gleichzeitig betont der Verband, dass Flexibilität stets mit Augenmaß umgesetzt werden müsse, um Arbeitnehmerinteressen zu wahren.

Umsetzung bleibt entscheidend

Trotz der positiven Bewertung macht der AUMA deutlich, dass der Koalitionsvertrag nur den Rahmen vorgibt. Entscheidend wird sein, wie schnell und konsequent die angekündigten Maßnahmen umgesetzt werden. Der Verband kündigt an, die weitere politische Entwicklung aufmerksam zu begleiten und sich aktiv in die Ausgestaltung einzubringen. Für die Messewirtschaft sind die im Koalitionsvertrag verankerten Messe-Themen ein wichtiges Signal. Ob daraus nachhaltige Verbesserungen entstehen, wird sich jedoch erst in der praktischen Umsetzung zeigen.

Einzelne Angaben basieren auf einer Presseinformation der AUMA, Silvia Bauermeister, April 2025